Konzepte für die Praxis

Lernen bei der Arbeit hat schon immer stattgefunden. Immer wieder gibt es in der betrieblichen Praxis Herausforderungen, die regelrecht dazu zwingen, dazu zu lernen. Zahlreiche Großunternehmen sehen arbeitsplatznahes Lernen seit einigen Jahren als Alternative zu seminaristischen Maßnahmen. In Großbetrieben und Industrieunternehmen gehören deshalb Lerninseln, Werkstattzirkel, Lernfabriken und andere Konzepte zum Alltag. Für kleine Unternehmen sind diese Konzepte allerdings kaum geeignet. Auch ein simpler Transfer von dem einen in das andere Unternehmen ist kaum möglich, weil jedes Unternehmen eine eigene Unternehmenskultur aufweist.

Der NU-ADAPT-Arbeitskreis "Lernen am Arbeitsplatz" fand daher schnell heraus: Es gibt keine allgemeingültigen Ansätze! Jedes Projekt hat eine individuelle, unternehmensspezifische Ausprägung. Alle Projekte knüpfen direkt an die Praxis an und finden deshalb schnell hohe Akzeptanz bei Mitarbeitern und Arbeitgebern.

Lernen und Arbeiten verbindenDer Praxisbezug macht Lernen am Arbeitsplatz wertvoll. Es wird dann gelernt, wenn es notwendig ist und das Neue sofort umgesetzt werden kann. Arbeiten und Lernen gehen in diesem Fall eine Symbiose ein, die dem Mitarbeiter und dem Unternehmen nützt.

Neue Lernmodelle

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Probleme werden gelöst und gleichzeitig wird gelernt

Der "Aha-Effekt" beim Problemlösen ist der sicherste Garant für einen Know-how-Zuwachs. Lernen am Arbeitsplatz setzt also voraus, dass die Arbeit so organisiert ist, dass auftretende Probleme selbstständig oder durch gezielte Hilfen gelöst werden können. Unternehmen müssen Vertrauen in ihre Mitarbeiter setzen und ein Arbeitsumfeld schaffen, das Lernen nicht nur ermöglicht, sondern fördert. Dann steigt die Chance, dass Mitarbeiter während der Bewältigung von Arbeitsprozessen einen erheblichen Lernzuwachs verzeichnen. Ein doppelter Effekt wird möglich: Technologien können eingesetzt werden, um Lernen und Arbeiten zu integrieren und es findet ein kontinuierlicher, unaufhörlicher Entwicklungsprozess von Mitarbeitern und Unternehmern statt, der beide auf einem zukunftssicheren Niveau hält. Der Besuch praxisferner Seminare verliert spätestens in diesem Entwicklungsstadium an Bedeutung.
Für die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) hat Lernen am Arbeitsplatz hohe Priorität, weil Mitarbeiter eigentlich nie abkömmlich sind, gleichzeitig aber qualifiziert werden müssen. Die anzuwendenden Konzepte müssen daher aus den Unternehmen heraus entstehen. Die Einheitslösung oder gar den einzigen erfolgreichen Weg gibt es nicht. Es kann deshalb als eine der größten Herausforderungen für europäische Förderprogramme wie ADAPT gewertet werden, für die heterogene Landschaft der KMU Wege für das Lernen am Arbeitsplatz zu finden, die auf die Bedürfnisse einzelner Unternehmen zugeschnitten werden können.

Ein Neubeginn mit hohem Nutzen

Der Ansatz des Lernens am Arbeitsplatz in KMU ist noch lange nicht ausgereizt. Bei der Umsetzung  stehen wir vielmehr erst am Anfang. Die hier dokumentierten Erfahrungen setzen aber bereits markante Signale, z.B.:

  • Unternehmen sind für die Weiterqualifizierung zu gewinnen, weil die Anwesenheit der Mitarbeiter im Betrieb gesichert ist.
  • Fortbildungskosten für externe, praxisferne Kurse entfallen.
  • Lernen "on demand" und "just in time" ist möglich.
  • Aus problembehafteten Arbeitssituationen lassen sich erfolgreiche Lernsituationen gewinnen.
  • Moderne Technologien können für das Lernen am Arbeitsplatz genutzt werden. Dabei wird gleichzeitig gelernt, sie zu beherrschen.

Erste Belege für die Bandbreite des Lernens am Arbeitsplatz zeigen die auf dieser Website dargestellten Projektbeispiele aus der Gemeinschaftsinitiative ADAPT.


Gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung
aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds-Gemeinschaftsinitiative ADAPT. 22. Mai 2008